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analog rockt Brettspiele und mehr

Heimliche Herrschaft

Der Artikel wurde von Horst geschrieben. 7 Minuten Lesezeit
Kleine Schachtel mit genügend Platz.

Deduktionsspiele wie das lustige Feed the Kraken, das Dungeon-Crawler ähnliche Betrayal at House on the Hill, das Lovecraftsche Abgrundtief oder das Alien-artige Nemesis sind momentan groß im Rennen. Was haben diese Spiele gemeinsam? Neben dem Deduktions-Mechanismus insbesondere eine lange Spielzeit. Heimliche Herrschaft schafft Abhilfe in Form von durchschnittlich 30 Minuten Spielzeit. Inklusive der kurzen Erklärung, finden wir, dass es sich daher prima als Starter oder Absacker spielen lässt. Auch ein interessantes Novum: die Spielenden haben nicht eine Rolle, sondern im Prinzip zwei mögliche Rollen. Wie das im Spiel funktioniert und ob dies alles für ein gutes Spiel ausreicht, lest ihr in der Rezension.

ⓘ Der ausführliche Beitrag ist bei Teilzeithelden erschienen. Daher sind hier nur die Essentials zusammengefasst. Warum ich auch ein Teilzeitheld bin. Wer Lust hat mehr dort von mir zu lesen.

Lesen meines Teilzeithelden-Artikels macht natürlich immer noch Sinn. Zum einen habe ich dort eine wirklich tolle Einleitung geschrieben, der gesamte Text ist hervorragend lektoriert und das Spielprinzip deutlich detaillierter umrissen.

Steckbrief

  • Art: kompetitiv
  • Genre: Kennerspiel
  • Kern-Mechaniken: Deduction, Hand-Management, Bluffen
  • Spielname: Heimliche Herrschaft
  • Verlag: Board Game Circus
  • Erstveröffentlichung: 2022
  • Autor: Andreas Müller, Markus Müller (II), Raphael Stocker
  • Illustration: Satoshi Matsuura
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Spieler*innen: 2 - 6
  • Dauer: 20 - 40 Minuten

Spielprinzip

Der Kaiser ist tot und seine bis zu sechs Nachfahren versuchen nun die richtige von vier Fraktionen zu unterstützen, um selbst auf den Thron zu landen. Alle Spielenden erhalten zu Beginn eine verdeckte Rollenkarte, auf der zwei Fraktionen abgebildet sind.

Die unterschiedlich verdeckten Rollen (= Farben).

Der Clou von Heimliche Herrschaft ist, dass die Spielenden durch ihre Rolle nicht einer Fraktion bis zum Ende die Treue halten müssen. Je mehr Spielende dabei, ergibt es sich automatisch, dass mehrere Personen dieselbe Fraktionen unterstützen. So wird munter das Bündnis gewechselt und mal die eine oder andere Fraktion unterstützt.

Das Spiel ist zu Ende, sobald eine Person eine gewisse Anzahl an offenen Karten vor sich ausgespielt hat. Dabei können einige Karteneffekte Karten umdrehen und somit das Ende des Spieles bewusst hinauszögern. Damit entsteht ein interessantes taktisches Element. Wünscht man bereits das Ende einzuläuten oder benötigt man eventuell noch einen letzten Zug?

Wer am Ende auf seiner Rollenkarte die siegreiche Fraktion abgebildet hat, gewinnt das Spiel. Es gibt noch mehrere Regeln, wie die sehr wahrscheinliche Patt-Situation aufgelöst wird. Die Spielenden haben zum Beispiel noch verdeckte ausliegende Karten auf dem Tisch. Nun werden die offenen und verdeckten Karten addiert, die die siegreiche Fraktionsfarbe aufgedruckt haben.

Das Spiel lässt sich übrigens bereits ab zwei Personen (und bis zu sechs Personen) spielen. Wie meist bei der Art der Spiele macht es mit mehr als zwei Personen deutlich mehr Spaß.

Unboxing

Kleine Schachtel und ein erstaunlich kleines Spielbrett. Dies wird tatsächlich auch nur für das Hin- und Hersetzen der Fraktionsmeeple benötigt. Überdurchschnittlich empfinde ich die Qualität. Karton, Spielregeln und Karten sind mit einem Leinen-finish versehen und fühlen sich durchweg sehr hochwertig an. Das Artwork ist hervorragend und die Figuren werden toll in Szene gesetzt. Die zwei Meeple sind aus Holz gefertigt und haben jeweils eine besonderes Format. Allem in allem gibt es im Thema Material nichts großartig auszusetzen.

Die Erklärungskarte für die siegreichen Fraktionen.

Die Spielregeln sind ebenso übersichtlich und mit Beispielen erläutert. Hier bleiben keine Fragen offen.

Bewertung

Das Thema bei Heimliche Herrschaft ist etwas aufgesetzt. Selbstverständlich konnten in der langen Herrschaft eines Kaisers viele Nachfahren unterschiedlicher Art durch unterschiedliche Vermählungen und/oder Mätressen auftauchen. Aber im Spiel wirkt es aufgesetzt und ist nicht wirklich relevant. Kommt noch hinzu, dass man die vier Parteien nur beeinflusst und nicht selbst eine Partei darstellt.

Was ich wirklich hervorragend finde ist, dass man seine Loyalität wechseln kann. Da die geheime Rollenkarte zwei Parteien aufweist, kann man kurzfristig die Strategie ändern. Eine Seltenheit in Deduktionsspielen.

Kaum ein Spiel entspricht der letzten Partie. Natürlich kommt immer wenig Neues hinzu, aber es ist wenig linear und man wird allein schon aufgrund der Mitspielenden die eigene Spielweise verändern müssen. Die strategische Abwechslung hält sich dabei dezent zurück.

Der Illustrator Satoshi Matsuura hat ein wahres Fest für die Augen erschaffen. Den Stil muss man sicherlich mögen. Persönlich bin ich davon mehr als begeistert. Der Witz der Figuren in Verbindung mit den Kartennamen - überwiegend mit witzigen Alliterationen versehen - sucht seinesgleichen. Es macht wirklich Spaß die Karten zu entdecken und sich gemeinsam über die Namen zu erfreuen.

Heimliche Herrschaft macht Spaß. Und das ist gut so und rettet das Spiel damit in den überwiegend positiven Bereich. Es ist vor allem für sechs Spielende ein äußerst kurzweiliges Spiel - ganz ohne Partycharakter. Das gibt es meiner Meinung nach viel zu selten. Daher gehört es auf jeden Fall in das Regal.

Unsere Punkte

  • Thema: 2
  • Mechanik: 3
  • Wiederspielwert: 3
  • Strategie: 2
  • Qualität: 4
  • Spielspaß: 3

Gesamtwertung (2,8)

Boardgamegeek

Da viele von euch auch direkt auf BGG schauen, nehmen wir die aus unserer Sicht wichtigsten Faktoren für dieses Spiel direkt auf.

Ranking 7.0

Weight 1.75

Stand Okt/2022


Dieses Produkt wurde kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Die Rezension ist unentgeltlich durchgeführt worden und spiegelt meine persönliche Meinung wider.

(c) Copyright Board Game Circus

Grafik(en) und Bild(er) von Horst Brückner


Unsere Bewertung (Instagram-Bild).
Autoren Posts

Mein Brot verdiene ich in der IT Abteilung. Vielleicht ist das der Grund, warum ich neben der Arbeit eher analog rocke. Sei es mit Vinyl-Schallplatten, handgemachter Musik (E-Gitarre .. nicht ganz analog), Pen-und-Paper-Welten und natürlich Brettspielen.

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