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analog rockt Brettspiele und mehr

Infinity Gauntlet

7 Minuten Lesezeit

Ich kann von mir nicht gerade behaupten, dass ich ein mega Comic-Fan bin. Comics habe ich einige wenige in meiner frühen Jugend durch geblättert. Heute fängt holt mich mal der ein oder andere Schinken ab. Sicherlich habe ich darüber hinaus fast alle DC- und Marvel-Filme gesehen, aber eben auch nur fast alle. Anhand der Trailer entscheide ich schon kritisch, ob der Film mir einen Kinobesuch oder auch nur der Klick auf einen meiner Streaming-Dienste Wert ist. Umso skeptischer war ich bei einem Spiel im Marvel-Universum. Und dann auch noch eine Love Letter Variante. Von meinen ersten beiden Ausflügen war ich bereits nicht so richtig angetan. Ist Infinitiy Gauntlett wirklich anders? Ich wurde überrascht.

Die Original-Rezension habe ich im Rahmen meiner Autorschaft bei Teilzeithelden veröffentlicht. Da es sich hier nur um eine gekürzte Fassung handelt, erscheint sie in der Kategorie angespielt.

Zumindest bei mir sind die Spiele durchaus unterschiedlich angekommen und daher widme ich jeder Variante einen eigenen kurzen Artikel.

Steckbrief

  • Art: kompetitiv
  • Genre: Familienspiel
  • Kern-Mechaniken: Kartenspiel
  • Spielname: Infinity Gauntlet
  • Verlag: Asmodee
  • Autor: Alexander Ortloff (Seiji Kanai)
  • Illustration: Monica Helland
  • Alter: 10+ (lt. Verlag)
  • Spieler*innen: 2 – 6
  • Dauer: 15 Minuten

Spielprinzip

Die Ablauf der Grundmechanik ist bei allen Love Letter Spielen sehr ähnlich. Jede Person hat eine Karte. Wer am Zug ist, zieht eine Karte und entscheidet welche offen ausgespielt wird. Die Effekte werden abgehandelt und der nächste Spielende ist am Zug.

Da hören aber die Ähnlichkeiten auch schon auf. Während bei den anderen beiden Varianten alle gegeneinander spielen, darf bei Infinity Gauntlet eine Person bereits zu Beginn in die Rolle von Thanos schlüpfen. Nun heißt es also one-to-many oder alle gegen Thanos. Zu diesem Zweck hat jede Partei ein eigens auf sich abgestimmtes Kartendeck zur Verfügung. Thanos erhält dauerhaft zwei Handkarten (und zieht noch eine dritte Karte).

Durch die andere Spielweise ist die Sieg-Bedingung eine andere. Grundsätzlich können beide Parteien gewinnen, indem sie die Lebensleiste der jeweils anderen Parteien auf Null herunter rocken. Es gibt also als weitere Neuerung Lebensleisten. Die Karteneffekte sind dabei bekannt aus den anderen Love Letter Reihen, wenn auch diesmal das Vokabular deutlich mehr von „Angriff“ spricht.

Darüber hinaus hat Thanos noch eine sehr schön thematische Möglichkeit zu gewinnen. In Kartenform sind die sieben Infinity-Steine vorhanden. Sobald Thanos diese offen auslegen kann, hat er sofort gewonnen. Die Infinity-Steine bieten weitere Vorteile. Jeder einzelne Stein (also Karte) hat Sonderfähigkeiten, die den Marvel-Held*innen das Leben erschweren. Da taucht man wirklich schnell in die Filmwelt ab.

Frust oder Lust

Endlich passiert mal etwas. So wenig aufregend das Spielprinzip grundsätzlich klingt, so anders ist doch die gesamte Dynamik, wenn sich alle auf eine Person stürzen. Die Interaktion unter den Spielenden ist deutlich höher. Zumal der Kartenstapel der Held*innen dafür sorgt, dass gute Karten öfter zum Einsatz kommen könnten. Dies klappt vor allem, wenn die Spielenden als Team fungieren und sich Chancen Thanos zu attackieren gegenseitig zu flanken.

Das Spiel lässt sich mit leicht abgewandelten Regeln ebenfalls zu Zweit spielen und entwickelt selbst dort seinen Reiz. Unabhängig von der Personenanzahl bleibt der Glücksfaktor immer noch hoch.

Unboxing

Sowohl Verpackung als auch das gesamte Spielmaterial entspricht dem von Love Letter. Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit fällt in diesem Kontext die Eurolochaufhängung negativ auf. Es gibt aber leider weitere Qualitätsmerkmale, die eher zu einer Abwertung im Vergleich zu den anderen Varianten führt. Die Marker für die Siegpunktleiste als auch die Power-Marker bestehen aus Plastik. Sie wirken wie aus einem 3D-Drucker produziert. Im direkten Vergleich zu den Love Letter Siegmarkern wirken diese fast lieblos.

Das Artwork ist und bleibt hervorragend. Das Design orientiert sich an der Comic-Reihe. Die Charaktere sind in voller Action dargestellt und man wird sofort in die Welt eingesogen. Die wenigen Regeln sind ausführlich und detailliert erklärt. Alle Karten werden in einem separaten Absatz behandelt. Hier bleibt keine Regelfrage offen.


Bewertung

Nun bin ich nicht DER Marvel-Fan-Boy und trotzdem hat mich die Spiel-Variante deutlich öfter gepackt. Einer-gegen-alle macht bei einem so schnellen Spiel von gerade mal 15 Minuten Laune. Interessant finde ich dazu die unterschiedlichen Siegmöglichkeiten. In den Spielrunden wollte jede*r gern mal Thanos sein. Zeigt auch, dass die Fraktion deutlich mehr Spaß macht als die, der Held*innen.

Karten, Beutel und die Illustration sind wie immer für diese Reihe hochwertig. Persönlich bemängle ich die eher lieblosen Plastik-Marker. Das ist ein Schritt zurück.

Daher ändert sich nur geringfügig etwas an der Gesamtbewertung, aber es gibt in Summe einen Punkt mehr. Grundsätzlich bleibt es ein sehr glücksabhängiges Spiel mit kaum Neuerungen nach der ersten Runde. Auch wenn die Gesamtpunktwertung eher gering ausfällt, würde ich dies allen bislang gespielten Love Letter Varianten vorziehen.


Punkte

  • Thema: 3 von 5
  • Mechanik: 2 von 5
  • Wiederspielwert: 3 von 5
  • Strategie: 2 von 5
  • Qualität: 3 von 5
  • Spielspaß: 3 von 5

Gesamtwertung 2,7 von 5

Einzelsession oder Wiederholungstäter? Wiederholungstäter

Einsteiger-Freundlichkeit? ja, aber kein Türöffner für Neulinge

Das Rezensionsexemplar wurde Teilzeithelden freundlicherweise von Asmodee zur Verfügung gestellt. Die Rezension ist unentgeltlich durchgeführt worden.


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